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Andacht

  1. Sonntag nach Epiphanias 

Liebe Gemeinde, schon ist es vier Wochen her, seit wir Weihnachten gefeiert haben. Vergangene Woche waren die Straßen noch mit Weihnachtsbäumen dekoriert, jetzt sind alle abgeräumt und die Deko liegt wieder auf dem Speicher. Wo ist der Glanz der Feiertage geblieben und die Stimmung, trotz der kleineren Treffen und der vielen Arbeit, die man sich gemacht hat? Da war die Freude, dass die Kinder kamen; die Weihnachtsgeschichte zu lesen und die Lieder zu hören. Jetzt ist wieder Alltag. Da muss jeder für sich allein sehen, wie er durchkommt. Was bleibt vom Fest heute am 17. Januar?
Was bleibt vom Frieden auf Erden? Im Iran, in Syrien, in Libyen?

Und von den „Menschen seines Wohlgefallens?“ Wo Hass und Hetze an der Tagesordnung sind. Waren das doch nur schöne Worte an Weihnachten? Und nun? Alles wie vorher? Ja, so ist das wohl, sagen viele vernünftige Erwachsene. Die guten Tage haben immer schnell ein Ende. Nach dem Fest kommt der Alltag. Deshalb ist es gut, dass von alters her für diesen Sonntag eine biblische Geschichte vorgeschlagen ist, die uns erinnert, wie schnell so ein Fest ein Ende finden kann. Die uns erzählt, wie wir trotzdem wahrhaft festlich leben können: Die Hochzeit zu Kana: Johannes 2, 1- 11

Kein Wein mehr da! Was für ein Unglück! Was für eine Blamage! Stellen Sie sich das einmal vor, vorausgesetzt Sie könnten feiern: Bei Ihrem Geburtstagsfest reicht das Essen nicht oder die Getränke. Ein Albtraum! Damals im gastfreundlichen Orient, wo Feste noch großzügiger gefeiert wurden als bei uns, war es eine regelrechte Blamage. Das Fest der Liebe stand auf der Kippe.

Maria war anscheinend die Erste, die ins Vertrauen gezogen wurde. Als gute Freundin des Hauses machte sie kein großes Aufsehen und stachelte keine Gäste zum Lästern an. Sie litt mit den Gastgebern und beschämte sie nicht. Maria wusste, an wen sie sich wenden musste. Sie redete mit Jesus.

Ich glaube, auch heute wäre das die beste Möglichkeit, wenn der Wein ausgeht, die Begeisterung, die Freude im und am Leben. Wenn man nicht mehr weiß, wie es weitergeht und wo neue Energie herkommen soll: mit Jesus reden, mit Gott reden.

Ihm klagen, ihm sagen, wo das Problem liegt. Beim Beten klärt sich viel. Schon allein, weil ich mir Zeit nehme und Zeit gebe,
um das zu formulieren, was mir auf der Seele liegt.

Für Maria war das der erste Schritt, als es ein Problem gab. In der Hoffnung, dass sie Hilfe und eine Antwort bekäme. Und sie bekam sie, und was für eine! Sie bekam eine herbe Abfuhr von ihrem Sohn. „Was geht es dich an, Frau?”, schnauzte Jesus seine Mutter an. Ungezogen dieser Jesus. Mütter, die auch Kinder haben, können sich vielleicht vorstellen, wie weh das tut. Aber Maria ließ sich nicht beirren. Sie vertraute ihm, auch, wenn es zunächst gar nicht so aussah, als ob er helfen wollte. „Was Jesus euch sagt, das tut!“, sagte sie zu den Helfern und wartete ab.

Für mich ist das der Mittelpunkt dieser Geschichte. „Was Jesus euch sagt, das tut.” Statt euch in Grund und Boden zu schämen, statt zu verzweifeln, statt auf ein Wunder zu warten: „Was Jesus euch sagt, das tut!“

Und was sagte Jesus? – „Füllt die Krüge mit Wasser!“ – Die Riesenkrüge, die in jedem Haus am Eingang standen für die Gäste zur Reinigung und Hygiene. Während des Festes waren sie leer geworden. – „Also auf! Füllt sie mit Wasser.“ – Das war harte Arbeit. Da musste man ein paarmal zum Brunnen laufen. Aber es war eigentlich nichts Besonderes. Sie mussten keine Erklärungen abgeben, um Verzeihung bitten, gute Vorsätze verkünden. Sie sollten tun, was ihre Aufgabe ist. Ihre Pflicht sollten sie erfüllen. Auch wenn es jetzt gerade vielleicht nicht so viel Freude machte, auch wenn es ein bisschen anstrengend war: Und dann geschah ein Wunder!
Das Wasser wurde zu Wein und schmeckte wie bester Wein.

Auch wenn ich mir heute dieses Phänomen nicht erklären kann, entspricht es doch einer zutiefst praktischen Erfahrung: Wenn man sich bemüht, wenn man nicht aufgibt, wenn man für den Alltag sorgt, wenn man sich umeinander kümmert, dann können doch kleine Wunder geschehen. Dann kann das Fest weitergehen.

Zweierlei sagt mir diese Geschichte für meinen Alltag: Erstens: Jesus will, dass das Fest weitergeht. Er will, dass wir fröhlich sind.

Und zweitens: Man kann etwas tun. Auch wenn es auf den ersten Blick unspektakulär aussieht. „Was Jesus sagt, das tut!“

Jahre nach der Hochzeit, wenn die Ehe im Alltag versandet und die Beziehung zu vertrocknen droht. Wenn man keine Kraft mehr hat, die Missverständnisse aufzuklären, es so weiterlaufen lässt, und die Enttäuschung immer mehr um sich greift, dann kann man etwas tun. „Füllt die Krüge mit Wasser!“ Macht einander das Leben leichter. Tut eure Pflicht. Sucht nicht bloß nach dem Schuldigen. Macht ab und zu ein besonders gutes Frühstück. Lobt, was der/die andere gekocht hat, und sagt, wie gut so ein entspanntes Essen tut. Fragt, was den anderen/die andere bedrückt. Nehmt Anteil. Sucht nach ein paar guten Worten. Nichts Besonderes eigentlich. Bloß wieder Wasser in den Krügen. Damals haben sie erlebt, wie daraus Wein wurde. Trauen wir uns auch heute, darauf zu vertrauen?

Die Zusage Gottes, da zu sein, gerade dann, wenn es hart auf hart kommt. Im Kleinklein des Alltags vergesse ich sehr oft, dass auch ich in der Taufe eine neue Identität erhalten habe. Ich bin Kind Gottes, trotz meiner Fehler und Schwächen. Und wenn der Alltag grau geworden ist, wenn der Weihnachtsglanz wieder so unglaublich weit weg scheint? Wenn „O du fröhliche“ nicht mehr passt? Dann? Holt Wasser! Es braucht gar nicht so viel, damit Freude ins Leben kommt.

Denn Jesus will, dass wir das Leben in Fülle haben. Amen.

Bleiben Sie behütet!

Ihre Kirchengemeinde und Ihre Pfarrerin Corinna Luttropp-Engelhardt

Gebet:

Gott, unser Vater, du hast uns für die Freude erschaffen und willst, dass wir einander glücklich machen. Gib uns ein Herz, das die Freude sucht und sie doch nicht festhalten will, das verzichten und teilen kann und das sein Glück in der Freude der anderen findet. Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
Stilles Gebet – Vaterunser – Amen.

Lied: EG 621

Ins Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich still und leise,

und ist er noch so klein, er zieht doch weite Kreise.

Wo Gottes große Liebe in einen Menschen fällt,

da wirkt sie fort in Tat und Wort, hinaus in unsre Welt.

„Füllt die Krüge mit Wasser!“

„Jesus offenbarte seine Herrlichkeit,

und seine Jünger glaubten an ihn.“

(Johannes 2, 11)

Pfarrerin mit Herz

Pfarrerin Corinna Lutropp-Engelhardt
An der Kirche 10
34225 Baunatal

Tel: 0561 – 494204
E-Mail: pfarramt.kirchbaunaundhertingshausen@ekkw.de

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