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Andacht

Estomihi (Sei mir ein starker Fels)
14.02.2021

Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder!

Ein Himmel voller Herzen, so wollte die Einkaufsgalerie gesehen werden. Der „Tag der Verliebten“, der 14. Februar – Namenstag des heiligen Valentin – ist ein wunderbarer Tag für Verliebte und Liebende. Ein schöner Tag, denn alle feiern mit, egal, ob sie katholisch, evangelisch oder gar nicht kirchlich verbunden sind. Seinen „Schatz“ einmal im Jahr zu beglücken, kann doch nichts schaden, besonders wenn dieser schon die ganze Pandemie über täglich fleißig gekocht hat.

Der heilige Valentin soll Verliebten, die er jenseits der Klostermauern gesehen hatte, Rosen geschenkt haben. Das war sehr aufmerksam von ihm. Obwohl diese Geste ja eher winzig war, hat sie doch die Zeiten überdauert. Immerhin lebte und starb Valentin, nach dem Klosterleben auch Bischof und Märtyrer vom heutigen Terni in Umbrien in Italien. Auch der Grund seiner Hinrichtung am 14. Februar 269 nach Christus ist bekannt: Er hat Liebende trotz Verbot christlich getraut. Außerdem hat Valentin, so erzählt man sich, den frisch verheirateten Paaren wieder Blumen aus seinem Garten geschenkt. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, haben der Überlieferung nach unter einem guten Stern gestanden.

Ob das alles den Onlineanbietern bekannt ist, können wir nicht wissen. Etwas anderes aber wissen wir: Die Onlineshops, auch Fleurop, machen rund um den 14. Februar gute Geschäfte. Liebende lassen sich die Liebe etwas kosten.

Erst in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts kam der Valentinstag als „Tag der Verliebten“ so richtig in Schwung. Manche Städte schmücken sogar Fahrzeuge des Öffentlichen Nahverkehrs, um die Erinnerung daran wachzuhalten. Keiner und keine soll vergessen, sich die Liebe etwas kosten zu lassen.

Was nicht bedeutet, dass es immer nur materielle Dinge sein müssen, mit denen ich dem anderen meine Liebe beweise. Schon der gute Wille zählt, dann sind ein paar liebe Zeilen vielleicht erfolgreicher als ein riesiger Blumenstrauß.

Liebe muss nicht teuer sein, um groß zu sein. Davon erzählt eine Liebesgeschichte, die sich voriges Jahr ereignet hat. Die ersten Worte darin heißen: Ich liebe Dich. So erzählt es eine Mutter in England. Ihre Tochter kann jetzt nämlich sprechen, nach 36 Jahren des Schweigens. Als Kleinkind wird die Tochter nervenkrank. Der Körper versagt in vielem seinen Dienst. Sprechen geht auch nicht mehr durch eine teilweise Lähmung des Gehirns. Ein Leben im Rollstuhl beginnt, ohne Sprache.

Dann steht eine neue Maschine vor ihr. Wenn Pauline sie ansieht, wandelt die Maschine Bewegungen ihrer Augen in Sprache um; ein Wunder. Pauline probiert das sofort aus. Weil sie so glücklich ist, sind ihre ersten Worte: Ich liebe Dich. Sie sagt das zu ihrer Mutter; und die ist überglücklich. Sie hört ihre Tochter zum ersten Mal sprechen.

Technik kann ein Wunder sein. Wir müssen nicht verstehen, warum das alles und wie das alles funktioniert. Hauptsache, die Technik hilft, hilft einer Schwerstkranken und schenkt ihrem Leben Wert. Mehr Wertigkeit als Liebe geht nicht. Die Mutter hat sich Jahrzehnte um ihre Tochter mit Hilfe vieler Pfleger und Pflegerinnen bemüht. Nie konnte die Tochter ein Wort sagen, sich ausdrücken, bis jetzt. Da sagt sie: Ich liebe Dich.

Das ist wie Licht im Tunnel. Endlich hören sich Mutter und Tochter. Endlich kommt das Licht ins Leben, das alle nötig haben – ob gesund oder krank, ob Kind oder Erwachsener, ob arm oder reich: Liebe macht wertvoll.

Wer die „Liebe seines Lebens“ gefunden hat, kann es nachvollziehen. Da mag geschehen, was will; da mögen wir noch so klug sein oder schön – ohne Liebe sind wir wie eine Glocke mit Riss, verstimmt und schief. So beschreibt es der Apostel Paulus in seinem berühmten Hohelied der Liebe (1. Ko. 13):

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete

und hätte der Liebe nicht,

so wäre ich ein tönendes Erz

oder eine klingende Schelle.

Es gibt Zeiten im Leben, da verstehen wir nicht, warum Gott etwas macht oder jenes zulässt oder anderes nicht verhindert. Wenn uns Ungewissheit quält, wir viele und schwere Fragen haben, die oft lange nicht zu beantworten sind, dann hilft oft nur eins, um ruhiger zu werden: Da ist jemand, der uns liebt; uns wertvoll macht.

Die Liebe gibt unserem Leben erst Sinn. Deshalb ist auch ein jedes Leben so unendlich wertvoll.

Haben Sie schon eine schöne Idee für den 14. Februar?

Valentin schenkte aus reiner Freude an Menschen. Er wollte nichts verkaufen, keine Geschäfte machen. Er wollte seine Wertschätzung ausdrücken für die Liebenden und die Liebe. Wo Liebe ist, wird Leben wertvoll.

Gott schenke Ihnen die Liebe als eine Himmelsmacht!

Bleiben Sie behütet!

Ihre Kirchengemeinde und Ihre Pfarrerin Corinna Luttropp-Engelhardt

Gebet:

Gott, lass uns vor dir schweigen,

damit wir dich hören können.

Und in dir bleiben, damit du in uns wirken kannst.

Lass uns dir öffnen, damit du eintreten kannst.

Vor dir leer werden, damit du uns füllen kannst.

Lass uns still sein und wissen, dass du unser Gott bist.

Stilles Gebet – Vaterunser – Amen.

Lied: EG 621

Ins Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich still und leise,

und ist er noch so klein, er zieht doch weite Kreise.

Wo Gottes große Liebe in einen Menschen fällt,

da wirkt sie fort in Tat und Wort, hinaus in unsre Welt.

„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;

 aber die Liebe ist die allergrößte unter ihnen.“

  • Kor 13, 13)

Pfarrerin mit Herz

Pfarrerin Corinna Lutropp-Engelhardt
An der Kirche 10
34225 Baunatal

Tel: 0561 – 494204
E-Mail: pfarramt.kirchbaunaundhertingshausen@ekkw.de

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