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Andacht

Pfingsten,   1. Mose 11, 1-9  23.05.21

Gottes Geist spricht verschiedene Sprachen

Liebe Gemeinde,

wir feiern Pfingsten. Vor einem Jahr fingen wir um die Pfingstzeit wieder an, Gottesdienste in den Kirchen zu feiern. Aber auch in der Zeit davor haben wir Gottesdienste gefeiert- nur anders. Menschen in unseren Gemeinden wurden erfinderisch, haben dem Geist Gottes zugetraut, dass er in verschiedenen Sprachen die Herzen der Menschen erreichen kann. Gottesdienste wurden gefeiert per Video, als Gottesdienst „to-go“ zum Mitnehmen, als Spaziergang oder am Telefon. Ein schriftlicher Gruß kam ins Haus. Viele haben eine Kerze am Sonntag entzündet und den Schatz der Bibel wiederentdeckt. Über Entfernungen haben Menschen beim Glockenklang füreinander gebetet. Gottes Geist war dabei der Bote, der dafür sorgte, dass die tröstenden und ermutigenden Worte auch Ihr /Dein Herz berührten.

Pfingsten ist dann, wenn der Geist Gottes Wege zu den Menschen findet und sie miteinander verbindet. Sie verstehen sich in verschiedenen Sprachen, als ob sie sich in einer gemeinsamen Sprache verständigen würden.

Seinen Ursprung hatte Pfingsten in Jerusalem, als die Jüngerinnen und Jünger verängstigt in ihrem Haus saßen, weil sie Jesus nicht mehr sahen und ihn schmerzlich vermissten. Der Geist rührte ihre Herzen an wie ein Feuer. Wie von einem frischen Wind waren sie getrieben. Sie spürten: Jesus ist uns nahe, auch wenn wir ihn nicht sehen. Die Jünger verstanden sich mit Menschen, die aus verschiedenen Ländern nach Jerusalem gekommen waren. Diese hörten nun von Jesus und von Gottes Reich. Viele ließen sich taufen. Manche gingen danach in ihre Städte zurück und gründeten Gemeinden. Dabei verband sie der Geist über alle Entfernung hinweg.

Pfingsten damals ist das geschehen, was auch wir in der Zeit mit dem Corona-Virus erleben konnten. Der Geist Gottes findet Wege über alle Entfernungen zu den Menschen. Er macht Menschen erfinderisch, damit sie einander verstehen und an Gottes Welt mitwirken. Das geschieht auch heute in unserm Dorf. Zugleich hören wir an diesem Sonntag die bekannte Erzählung aus 1. Mose 11, 1-9: Die Geschichte vom Turmbau zu Babel. Ihre Aussage ist weitläufig bekannt: Gott bestrafte den Hochmut des Menschen, der seine Kraft überschätzte und sich an Gottes Stelle setzten wollte. Deshalb verstreute er die Menschen in alle Welt. Die Menschen wollten ihre Größe zeigen und sich noch größer machen. Dann sahen sie aber nicht mehr die anderen neben sich, sondern nur noch sich selbst.

Das ist die Gefahr auch heute in dieser Krise. Wenn Menschen nur noch auf sich achten, dann werden letztlich alle scheitern. Aus dieser Ichbezogenheit kann Hybris, also Überheblichkeit werden. Jeder will der Erste, der Beste und der Größte sein. Dann sprechen wir nicht mehr dieselbe Sprache. Wir verstehen uns nicht mehr.

Gerade die zurückliegende Zeit machte deutlich: Die Krise betrifft alle Menschen, und wir können nur mit einem guten Auge füreinander sowie gemeinsam diese Zeit durchstehen. Die meiste Zeit haben wir an die alten Menschen gedacht, weil die Todeszahlen in den Heimen so hoch waren. Jetzt wird deutlich, wie sehr uns gerade die jüngeren Generationen brauchen. Wir müssen neue Ideen und Wege auch für sie finden.

Allerdings kann man das Handeln Gottes in dieser Geschichte vom Turmbau zu Babel auch anders verstehen. Gott verwirrt die Sprache der Menschen und schafft eine Vielfalt, die erst Freiheit schenkt. Verordnete Gleichheit und erzwungene Einheit haben keinen Bestand.

Vor gut einem Jahr wurde durch die Corona-Krise vieles in Frage gestellt, was bisher so selbstverständlich war, und nun zusammengebrochen ist. Für viele Menschen standen und stehen ihre Existenzen auf dem Spiel. Die Frage bleibt: Wie soll es weitergehen?

Andere wiederum haben gespürt, wie überhitzt ihr Leben bisher war. Dass es wohltuend sein kann, nicht für jedes Treffen in das Auto oder in den Flieger zu steigen oder auch mal einen Abend auf dem Sofa zu verbringen.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten, wie wir Menschen damit umgehen: Es kann einmal zu einer wahrhaften Sprachverwirrung kommen. Dann soll das, was nicht sein darf, erklärt werden. Es muss doch irgendjemand schuld an der Krise sein.

Abstruseste Mutmaßungen kursieren im Netz. Auf andere Menschen und Länder wird mit dem Finger gezeigt: „Ihr seid schuld!“ Aus den Trümmern des Turmes werden Mauern gebaut.

Die andere Möglichkeit, mit dieser Zeit umzugehen, ist, sich für die Sprache von Pfingsten zu öffnen. Gegen die Sprachverwirrung hilft der Geist von Pfingsten. Der Geist Gottes führt uns auf einen Berg und lässt uns mit einem guten Abstand auf das Leben schauen.

Petrus sieht in Jerusalem an Pfingsten die Worte des Propheten Joel erfüllt: „Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben.“(Apg 2,17-18)

Gottes Geist an Pfingsten lässt uns weiter schauen als auf den Tag heute, der uns müde machen mag. Er gibt uns die Kraft und das Vertrauen, die wir brauchen für die kommende Zeit. Es ist wichtig, dass wir Ideen und Wünsche entwickeln für die Tage, die demnächst kommen. Dass wir uns den Tag morgen ausmalen und einmal zurückschauen, wie wir die vergangenen Tage durchstanden haben. Wenn wir unsere Herzen für den Geist öffnen, dann sprechen wir eine Sprache über alle Grenzen hinweg. Ich wünsche Ihnen gesegnete und geistreiche Pfingsten. Amen. Bleiben Sie behütet!

Ihre Kirchengemeinde und Ihre Pfarrerin Corinna Luttropp-Engelhardt

Gebet:

Barmherziger Gott, wir freuen uns, dass wir heute das Fest deines Geistes feiern können. Wir erinnern uns daran, dass du es gut mit uns und deiner Kirche meinst. Wir danken dir dafür und bitten dich, dass du uns auch in dieser Andacht nahe bist mit deinem Heiligen Geist; und uns unsere Ohren und unsere Herzen öffnest für deine gute und froh machende Botschaft. Amen.

Stilles Gebet – Vaterunser – Amen.

Pfarrerin mit Herz

Pfarrerin Corinna Lutropp-Engelhardt
An der Kirche 10
34225 Baunatal

Tel: 0561 – 494204
E-Mail: pfarramt.kirchbaunaundhertingshausen@ekkw.de

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