Kommende

Termine

Über unsere Gemeinde

Fördervereine

Hier finden Sie unsere Fördervereine. Schauen Sie vorbei.

Mehr erfahren...

Gemeindebriefe

Hier finden Sie die Gemeindebriefe.

Mehr erfahren

Gemeinsame Aktivitäten

Hier finden Sie die von uns angebotenen Programme und Veranstaltungen.

Mehr erfahren...

Andacht

Sonntag Jubilate 03.05.2020

Liebe Gemeinde,

„Jubeln!“ steht als große Überschrift über diesem Sonntag, aber eigentlich ist keinem von uns danach zumute. Die 8 Konfirmandinnen und Konfirmanden aus Hertingshausen hätten am Sonntag gerne ihre Konfirmation und ihr Familienfest gefeiert, und auch Sie wären vielleicht gerne am 1. Mai in der Gemeinschaft ihrer Freunde zu einer Wanderung aufgebrochen. Aber leider hat Corona das alles verhindert.

„Alles neu, macht der Mai“, sagen wir so schön im Volksmund. Der Wochenspruch zur neuen Woche, sagt es mit 2. Kor 5, 17 so: „Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ Tatsächlich gab es ja einige Neuerungen diese Woche nach dem Lockdown. Einige Geschäfte mehr haben geöffnet, und wir können wieder Eis essen gehen. Aber dafür haben jetzt auch alle Masken auf, und ich bin gespannt, ob ich nächste Woche meine Gemeindeglieder überhaupt wiedererkenne. Doch es ist wichtig, dass wir die anderen und damit auch uns schützen. „Ach, ich sehe ja nur so schlecht mit dem Ding,“ sagt eine Dame und „mir beschlägt auch dauernd die Brille,“ antwortet die andere. Ja, so ist das mit den Masken, aber vor Corona gab es die auch schon, nur anders: Da ist die Maske der Hektik.

Ich habe nie Zeit. Ich bin immer in Eile. Ganz egal, wo ich mich gerade aufhalte. Ich bin immer schon unterwegs zum nächsten Ziel. Stillstand, Besinnung, Ruhe- das kenne ich nicht. Ich bin an vielen Orten anzutreffen. Nicht nur an unzähligen Arbeitsplätzen, sondern auch im Leben vieler Menschen im Privatbereich. Von mir angetrieben, sausen sie von Aktion zu Aktion, von Ort zu Ort.

Da ist die Maske der Leistung.

Sie alle kennen mich. Auch wenn Sie mich innerlich ablehnen.

Ich mache mich überall und in jedem Land breit. Mit der Hektik bin ich übrigens verwandt. Und oft sind wir gemeinsam unterwegs.

Da ist die Maske der Jugend.

Glatt muss die Haut sein. Und der Körper- insbesondere der weibliche- darf kein Gramm zu viel aufweisen. Ich erobere die Herzen und Hirne der Menschen immer mehr. Ja, ich weiß: Zuerst wollen sie mir widersprechen. „Ewige Jugend, so was gibt es nicht!“ Und dann rennen Sie doch los: in die nächste Apotheke, zur Drogerie oder zur Schönheitsfarm.

Da ist die Maske der Fröhlichkeit.

Traurig sein, das ist für mich undenkbar. Mein Gebot lautet: Sei gut drauf! Immer nur lächeln, noch besser: Herzhaft lachen- das ist das Geheimnis des Lebens! Trauer macht hässlich. Wer mich als Maske trägt – als Stimmungskanone, ist einfach zum Schießen!

Warum gibt es nichts, was einfach nur gut und positiv ist, weshalb glaubten wir bisher im Alltag Masken tragen zu müssen?

Nun, sind es medizinische Gründe, aber ich hoffe, dass wir eines Tages wieder frei sein können von jeglichen Masken. Jesus lädt uns im Neuen Testament ein diese Freiheit zu erkennen. Wir lesen von seinen großen Taten: Wer von Geburt an gelähmt war, wurde geheilt und konnte wieder gehen. Wer an einer ansteckenden Krankheit litt und isoliert leben musste, wurde ebenfalls geheilt und konnte in die Gemeinschaft zurückkehren. Insgesamt hat Jesus in den Menschen Hoffnungen geweckt, die deutlich über das hinausgingen, was andere ihnen versprochen hatten. Es erschien ihnen wie ein vollkommen neues Leben, das Jesus ihnen vorlebte und wovon er zu ihnen sprach.

Paulus fasst das zwanzig Jahre später in einem wunderbaren Satz zusammen:

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden“ (2. Kor 5,17). Das bedeutet: Die Verbindung mit Jesus, dem Christus, führt Menschen in eine neue Welt. Ganz gleich, wie viele Masken es im Leben gibt, als Christ weiß ich: Diese Welt ist nicht alles. Mitten darin gibt es eine unsichtbare, neue Welt, die mit Jesus, dem Christus, zu tun hat. Wer zu ihr gehört, wird verwandelt.

Das merkt man nach außen hin vielleicht nicht. Aber nach innen. Denn jede Maske, in die wir noch sehen, wird zur Erinnerung daran, dass Gottes neue Welt keine Masken mehr braucht. Dann muss ich nicht mehr so tun, als sei ich jemand anderes oder versuche eine meiner typischen Seiten zu verbergen.

Jetzt ist die Zeit der Masken, auch in unseren Kirchen, solange bis es auch in Deutschland offiziell wieder heißt: „Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden!“

Bleiben Sie gesund!  Baldige Genesung, wenn sie erkrankt sind!

Ihre Pfarrerin Corinna Luttropp-Engelhardt

Gebet

Herr, unser Gott, die Osterfreude ist noch nicht verklungen. Wir kommen zu dir mit dem, was uns freut und Mut macht, aber auch mit dem, was uns belastet und ängstigt. Wir bitten dich: Schenke uns Zeichen der Auferstehung an diesem Tag und in dieser Andacht. Sei mitten unter uns, erfülle uns mit deinem Geist und verbinde uns untereinander zu Schwestern und Brüdern durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

Hinter deiner Maske?!

Ist jemand in Christus,

so ist er eine neue Kreatur;

das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden“ (2. Kor 5,17)

Pfarrerin mit Herz

Pfarrerin Corinna Lutropp-Engelhardt
An der Kirche 10
34225 Baunatal

Tel: 0561 – 494204
E-Mail: pfarramt.kirchbaunaundhertingshausen@ekkw.de

Aus der Galerie